Erst kürzlich ging diese Thematik ja quer durch die Medien, Stichwort: Steve Jobs. Wer trug denn nun die Schuld an der mangelhaften deutschen Buchausgabe? Die einen verurteilen die Übersetzer, die anderen das Lektorat. Heute möchte ich mal beleuchten, was so alles hinter den Kulissen passiert. Es gibt sicher auch Paradebeispiele für ein vorbildliches Lektorat – die Bücher des Diogenes Verlags oder auch die tolle Zeitschrift des VEBU z. B. kommen mir immer wunderbar fehlerarm, wenn nicht gar -frei vor. Aber es geht auch anders. Nicht immer trifft die Übersetzer/-innen die Schuld an Fehlern in veröffentlichten Texten. Ganz besonders arg ist es, wenn die zuständige Lektorin den Drang hat, alles umzuschreiben, weil für sie manche Synonyme wohl besser passen als die von der Übersetzerin vorgeschlagene Variante und sie dann für ihre zuweilen überflüssige Zusatzarbeit darauf besteht, als Co-Übersetzerin genannt zu werden. Es muss also nicht immer so sein wie bei der Jobs-Biographie, dass es sich um ein Konglomerat von Übersetzern handelt, sondern vielleicht war es die Übersetzerin in Verbindung mit der zuständigen Lektorin.
Wenn ich Texte lektoriere, halte ich mich an eine Maxime, die ich irgendwo aufgeschnappt habe und die mir logisch erschien, nämlich: „Ändere nur so viel wie nötig am Text. Wenn es zwei korrekte Varianten gibt, lasse die vom Autoren/Übersetzer gewählte stehen, es sei denn, dadurch wird der Text uneinheitlich.“
Wer diese Maxime verschmäht, provoziert die Wut der jeweiligen Übersetzer/-innen. Warum muss man jetzt aus „Halts Maul!“ „Halt’s Maul!“ machen, wenn doch beide Varianten korrekt sind? Natürlich besteht bei großer Änderungsfreudigkeit auch die Gefahr, zusätzlich Fehler einzubauen. So müssen Rechtschreibfehler also nicht immer zwangsläufig von Übersetzern stammen, sondern können durchaus auch von der Lektorin eingebaut worden sein. Auch Sinnfehler entstehen schnell, wenn bei zweifelhaften Stellen nicht das Original zu Rate gezogen, sondern einfach mal schnell was geändert wird. Oder aber es werden feststehende Redewendungen umgeändert, weil die Lektorin sie offensichtlich nicht kennt. Zu oft sieht man auch Veröffentlichungen, die zeigen, dass der Lektor offensichtlich Probleme mit der Interpunktion hatte.
Ein häufiger Fehler: Fehlende Leerzeichen vor „…“ Wie ist die Regel? Wird ein Wort abgekürzt, so steht kein Leerzeichen. Wird ein Satz abgekürzt, dann schon. Beispiel: „Was ein Sch…, den du da erzählst.“ vs. „Du unverschämter Bengel, ich geb dir gleich …“
Aber zurück zum Thema: Es soll also durchaus vorkommen, dass Texte „verschlimmbessert“ werden und dann schiebt jeder die Schuld auf den Übersetzer. Interessanterweise kommt es auch vor, dass der Auftraggeber gegen entsprechende Hinweise immun ist. Ich erinnere mich noch daran, als ein sehr kompetenter Kollege von mir von einer Kundin für seine Übersetzung heftig kritisiert wurde. Woher kam die Kritik? Von einigen Mitarbeiterinnen, die alle „Englisch konnten“, unterstützt von einem amerikanischen Praktikanten. Aber wie mein Kollege damals schon treffend bemerkte: „Einfach Muttersprachler zu sein, reicht eben nicht aus.“
Bei Übersetzungen für Verlage kann es übrigens vorkommen, dass die Übersetzer noch nicht einmal über die Änderungen informiert werden, die im Verlag vorgenommen wurden – und dann kommt auf einmal ein Buch in den Handel, das die Übersetzer lieber nicht als Referenz angeben möchten. Wenn sie denn überhaupt die Änderungen mitbekommen, denn es soll auch schon mal vorkommen, dass sie nicht einmal ein Belegexemplar erhalten, obwohl ihnen dies vertraglich zugesichert war. Oder aber die Übersetzer/-innen werden noch nicht einmal erwähnt, wenn das von ihnen übersetzte Werk genannt wird. Im Verlagswesen herrschen schon ziemliche Missstände. Daher habe ich es sehr begrüßt, dass im letzten MDÜ die Forderungen von Literaturübersetzern zu lesen waren. Hoffentlich werden die von den Verlagen auch umgesetzt …
Wer mal selbst analysieren möchte, was aus einigen meiner Übersetzungen geworden ist, hier drei Beispiele für von mir kürzlich übersetzte Werke: Gandhi – der CEO, Nachtgesang oder auch Red Sky.
But now to something completely different. Wollte ich nicht Produkte empfehlen? Habe ich das letzte Mal wohl vergessen, daher dieses Mal gleich zwei:
1. Anknüpfend an meinen Appell zum Fleischverzicht, kann ich euch tolle Ersatzprodukte empfehlen, und zwar z. B. von Heirler: Da gibt es alles, was das Fleischkonsum-Herz begehrt, vegetarisch und oft auch laktosefrei, und dazu noch bio. Meine persönlichen Favoriten: Die „Salami“ sowie das „Western-Steak“. Schaut doch einfach mal im Bioladen oder im Reformhaus und lasst mich wissen, was ihr davon haltet.
Und nun noch was aus dem Bereich Ökologie, heute: Öko-Putzmittel:
Ich erinnere mich noch gut daran, als ich einmal als besorgte junge Mutter meine Hebamme fragte, ob es denn für ein Baby schlimmer sei, wenn ich zum Putzen Handschuhe anziehe und das Baby anschließend an meinen Fingern nuckele, oder ob es schlimmer sei, wenn ich mir nach dem Putzen x-mal die Hände wasche. Also lieber riskieren, dass das Baby irgendwelche komischen Stoffe im Plastik der Handschuhe abbekommt (Stichwort Bisphenol A) oder dass irgendwelche Putzmittelrückstände sich auf das Baby übertragen?
Die simple Antwort meiner Hebamme: „Diese Frage habe ich mir noch nie gestellt, ich hab sowieso nur Öko-Putzmittel.“ Klare Sache. Abgesehen davon geht es ja nicht nur um die eigene Familie, sondern auch um die Umwelt. Ich muss gestehen, dass ich früher natürlich durchaus die „Ätzend-Zeichen“ auf den Putzmitteln sah, mir aber dachte: „Naja, wenn die das verkaufen, dann wird das schon nicht so schlimm sein …“
Falsch gedacht! Die Tiere im und am Wasser leiden unter dem Putzmittelgift und die Trinkwasseraufbereitung wird dadurch auch erschwert. Und wer zahlt das dann? Richtig! Der Steuerzahler, also letztendlich ihr alle. Daher empfehle ich auch bei Putzmitteln, auf ökologische Produkte zu achten. Frosch-Reiniger gibt es so gut wie in jeder konventionellen Drogerie und in jedem Supermarkt. Ehrlich gesagt frage ich mich manchmal auch, weshalb die Putz-Giftcocktails nicht staatlich verboten werden. Naja, vielleicht kommt das ja, im Zeitalter der Ökologie, das ja angeblich bzw. hoffentlich bald anbricht, weil sonst eh alles zu spät ist.
Also: Wer bei solchen Kleinigkeiten wie dem Einkauf von Putzmitteln mitdenkt, macht schon den ersten Schritt in die richtige Richtung. Übrigens: Warum überhaupt für alles teure Putzmittel verwenden? Alte Tipps von Oma oder Mutti tuns manchmal auch.
Und wer übrigens mehr wissen oder mehr tun will, so ganz allgemein, der möge sich folgende von der UN-gesponsorte Seite ansehen. Egal ob ihr euer Wissen in einem Quiz testen oder euch über sämtliche Themen rund um Nachhaltigkeit informieren wollt, hier seid ihr richtig!