Lektorat: Im Kampf gegen die Übersetzer/-innen und Putzmittel, das Gift im Trinkwasser

Erst kürzlich ging diese Thematik ja quer durch die Medien, Stichwort: Steve Jobs. Wer trug denn nun die Schuld an der mangelhaften deutschen Buchausgabe? Die einen verurteilen die Übersetzer, die anderen das Lektorat. Heute möchte ich mal beleuchten, was so alles hinter den Kulissen passiert. Es gibt sicher auch Paradebeispiele für ein vorbildliches Lektorat – die Bücher des Diogenes Verlags oder auch die tolle Zeitschrift des VEBU z. B. kommen mir immer wunderbar fehlerarm, wenn nicht gar -frei vor. Aber es geht auch anders. Nicht immer trifft die Übersetzer/-innen die Schuld an Fehlern in veröffentlichten Texten. Ganz besonders arg ist es, wenn die zuständige Lektorin den Drang hat, alles umzuschreiben, weil für sie manche Synonyme wohl besser passen als die von der Übersetzerin vorgeschlagene Variante und sie dann für ihre zuweilen überflüssige Zusatzarbeit darauf besteht, als Co-Übersetzerin genannt zu werden. Es muss also nicht immer so sein wie bei der Jobs-Biographie, dass es sich um ein Konglomerat von Übersetzern handelt, sondern vielleicht war es die Übersetzerin in Verbindung mit der zuständigen Lektorin.

Wenn ich Texte lektoriere, halte ich mich an eine Maxime, die ich irgendwo aufgeschnappt habe und die mir logisch erschien, nämlich: „Ändere nur so viel wie nötig am Text. Wenn es zwei korrekte Varianten gibt, lasse die vom Autoren/Übersetzer gewählte stehen, es sei denn, dadurch wird der Text uneinheitlich.“

Wer diese Maxime verschmäht, provoziert die Wut der jeweiligen Übersetzer/-innen. Warum muss man jetzt aus „Halts Maul!“ „Halt’s Maul!“ machen, wenn doch beide Varianten korrekt sind? Natürlich besteht bei großer Änderungsfreudigkeit auch die Gefahr, zusätzlich Fehler einzubauen. So müssen Rechtschreibfehler also nicht immer zwangsläufig von Übersetzern stammen, sondern können durchaus auch von der Lektorin eingebaut worden sein. Auch Sinnfehler entstehen schnell, wenn bei zweifelhaften Stellen nicht das Original zu Rate gezogen, sondern einfach mal schnell was geändert wird. Oder aber es werden feststehende Redewendungen umgeändert, weil die Lektorin sie offensichtlich nicht kennt. Zu oft sieht man auch Veröffentlichungen, die zeigen, dass der Lektor offensichtlich Probleme mit der Interpunktion hatte.

Ein häufiger Fehler: Fehlende Leerzeichen vor „…“ Wie ist die Regel? Wird ein Wort abgekürzt, so steht kein Leerzeichen. Wird ein Satz abgekürzt, dann schon. Beispiel: „Was ein Sch…, den du da erzählst.“ vs. „Du unverschämter Bengel, ich geb dir gleich …“

Aber zurück zum Thema: Es soll also durchaus vorkommen, dass Texte „verschlimmbessert“ werden und dann schiebt jeder die Schuld auf den Übersetzer. Interessanterweise kommt es auch vor, dass der Auftraggeber gegen entsprechende Hinweise immun ist. Ich erinnere mich noch daran, als ein sehr kompetenter Kollege von mir von einer Kundin für seine Übersetzung heftig kritisiert wurde. Woher kam die Kritik? Von einigen Mitarbeiterinnen, die alle „Englisch konnten“, unterstützt von einem amerikanischen Praktikanten. Aber wie mein Kollege damals schon treffend bemerkte: „Einfach Muttersprachler zu sein, reicht eben nicht aus.“

Bei Übersetzungen für Verlage kann es übrigens vorkommen, dass die Übersetzer noch nicht einmal über die Änderungen informiert werden, die im Verlag vorgenommen wurden – und dann kommt auf einmal ein Buch in den Handel, das die Übersetzer lieber nicht als Referenz angeben möchten. Wenn sie denn überhaupt die Änderungen mitbekommen, denn es soll auch schon mal vorkommen, dass sie nicht einmal ein Belegexemplar erhalten, obwohl ihnen dies vertraglich zugesichert war. Oder aber die Übersetzer/-innen werden noch nicht einmal erwähnt, wenn das von ihnen übersetzte Werk genannt wird. Im Verlagswesen herrschen schon ziemliche Missstände. Daher habe ich es sehr begrüßt, dass im letzten MDÜ die Forderungen von Literaturübersetzern zu lesen waren. Hoffentlich werden die von den Verlagen auch umgesetzt …

Wer mal selbst analysieren möchte, was aus einigen meiner Übersetzungen geworden ist, hier drei Beispiele für von mir kürzlich übersetzte Werke: Gandhi – der CEO, Nachtgesang oder auch Red Sky.

But now to something completely different. Wollte ich nicht Produkte empfehlen? Habe ich das letzte Mal wohl vergessen, daher dieses Mal gleich zwei:

1. Anknüpfend an meinen Appell zum Fleischverzicht, kann ich euch tolle Ersatzprodukte empfehlen, und zwar z. B. von Heirler: Da gibt es alles, was das Fleischkonsum-Herz begehrt, vegetarisch und oft auch laktosefrei, und dazu noch bio. Meine persönlichen Favoriten: Die „Salami“ sowie das „Western-Steak“. Schaut doch einfach mal im Bioladen oder im Reformhaus und lasst mich wissen, was ihr davon haltet.

Und nun noch was aus dem Bereich Ökologie, heute: Öko-Putzmittel:

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich einmal als besorgte junge Mutter meine Hebamme fragte, ob es denn für ein Baby schlimmer sei, wenn ich zum Putzen Handschuhe anziehe und das Baby anschließend an meinen Fingern nuckele, oder ob es schlimmer sei, wenn ich mir nach dem Putzen x-mal die Hände wasche. Also lieber riskieren, dass das Baby irgendwelche komischen Stoffe im Plastik der Handschuhe abbekommt (Stichwort Bisphenol A) oder dass irgendwelche Putzmittelrückstände sich auf das Baby übertragen?

Die simple Antwort meiner Hebamme: „Diese Frage habe ich mir noch nie gestellt, ich hab sowieso nur Öko-Putzmittel.“ Klare Sache. Abgesehen davon geht es ja nicht nur um die eigene Familie, sondern auch um die Umwelt. Ich muss gestehen, dass ich früher natürlich durchaus die „Ätzend-Zeichen“ auf den Putzmitteln sah, mir aber dachte: „Naja, wenn die das verkaufen, dann wird das schon nicht so schlimm sein …“

Falsch gedacht! Die Tiere im und am Wasser leiden unter dem Putzmittelgift und die Trinkwasseraufbereitung wird dadurch auch erschwert. Und wer zahlt das dann? Richtig! Der Steuerzahler, also letztendlich ihr alle. Daher empfehle ich auch bei Putzmitteln, auf ökologische Produkte zu achten. Frosch-Reiniger gibt es so gut wie in jeder konventionellen Drogerie und in jedem Supermarkt. Ehrlich gesagt frage ich mich manchmal auch, weshalb die Putz-Giftcocktails nicht staatlich verboten werden. Naja, vielleicht kommt das ja, im Zeitalter der Ökologie, das ja angeblich bzw. hoffentlich bald anbricht, weil sonst eh alles zu spät ist.

Also: Wer bei solchen Kleinigkeiten wie dem Einkauf von Putzmitteln mitdenkt, macht schon den ersten Schritt in die richtige Richtung. Übrigens: Warum überhaupt für alles teure Putzmittel verwenden? Alte Tipps von Oma oder Mutti tuns manchmal auch.

Und wer übrigens mehr wissen oder mehr tun will, so ganz allgemein, der möge sich folgende von der UN-gesponsorte Seite ansehen. Egal ob ihr euer Wissen in einem Quiz testen oder euch über sämtliche Themen rund um Nachhaltigkeit informieren wollt, hier seid ihr richtig!

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Ihr armen Schweine – Hommage an Jonathan Safran Foer und den PDF-X-Change-Viewer

Ein Gedankenexperiment: Stellt euch vor, ihr seid schwanger. Durch künstliche Befruchtung bekommt ihr nicht nur ein Kind, sondern gleich mal mindestens zwei oder drei. Da ihr unschuldig im Gefängnis sitzt und zufällig eins mit den übelsten Haftbedingungen erwischt habt, ist eure Zelle so klein, dass ihr euch nicht einmal drehen könnt. Durch die Enge ist euer ganzer Körper von eitrigen Wunden durchsetzt. Natürlich habt ihr kein bequemes Bett, sondern schlaft auf dem Boden. Nesttrieb? Fehlanzeige. Mehr Hunger während der Schwangerschaft? Tja, Pech gehabt, ihr bekommt deswegen trotzdem nicht mehr zu essen, sondern eher weniger. Mit anderen zukünftigen Müttern reden? Geht nicht, ihr habt Einzelhaft. Mal ein schönes Bad nehmen? Ist nicht. Ihr schlaft in euren eigenen Exkrementen. Mit etwas Glück habt ihr mal Ausgang, doch dann kommt wieder der Gefängniswärter und will euch zurück in die Zelle stecken. Ihr wehrt euch – der Wärter geht mit einem Stock auf euch los, schlägt so lange auf euch ein, bis euch die Nase bricht.

Ihr verfallt in Depressionen, verliert fast den Verstand. Plötzlich kommt ein Arzt und hängt euch an den Wehentropf, damit ihr endlich eure Kinder bekommt, denn Zeit ist Geld. Klar dass eine solch eingeleitete Geburt wesentlich schmerzhafter ist als eine natürliche Geburt, da der Körper daran gehindert wird, körpereigene Stoffe wie Adrenalin und Endorphine zu bilden, die den Schmerz erträglich machen. Kaum sind die Kinder draußen, werdet ihr zum Dauerstillen gezwungen. Eure Kinder sind nicht gesund, sondern viele davon körperlich behindert. Auch sie neigen zu Depressionen, denn sie leben in völliger Dunkelheit. Körperteile, die sie gegen ihre Geschwister einsetzen könnten, werden kurzerhand abgesäbelt – ohne Schmerzmittel. Wenn sie das Pech haben, männlich zu sein, werden ihnen die Hoden ausgerissen, selbstverständlich ebenfalls ohne Schmerzmittel. Kaum sind eure Kinder entwöhnt, werden sie euch weggenommen und ihr werdet wieder künstlich befruchtet, bekommt wieder mehrere Kinder, teilweise behindert, seid wieder eingesperrt usw. So geht das euer ganzes Leben lang, bis ihr irgendwann durch die ständige Strapaze der Schwangerschaften, der Stillerei oder durch Krankheiten, die ihr euch wegen der schlechten Ernährung und mangelnden Bewegung eingefangen habt, tot umfallt.

Alles völlig abwegig? Spinnt sie jetzt völlig? Nein, sie hat nur „Eating Animals“ von Jonathan Safran Foer gelesen und eine Analogie zum Leben von Schweinen in Factory Farms (Massentierhaltungsbetrieben) geschaffen. Wen Tierschutzargumente völlig kalt lassen, für den habe ich noch andere schöne Beispiele aus dem Buch. Lecker Hähnchen? Schon gewusst, dass die Tiere in einer Brühe aus Exkrementen schwimmen, damit sie Wasser ziehen? Oder dass die Massentierhaltungsbetriebe regelrechte Seen aus Exkrementen produzieren, die so voll mit Giftgasen sind, dass ihr sofort sterben würdet, falls ihr versehentlich hineinfallt? Diese Seen werden dann übrigens von den Betrieben heimlich ins Wasser entsorgt – was dann zum Massensterben der gewässerlebenden Tiere führt. Dass Massentierhaltung der Grund Nummer 1 für den Klimawandel ist, hatte ich, glaube ich, bereits erwähnt. Lecker Billigfleisch – und Mutter Erde zahlt den wirklichen Preis dafür.

Übrigens ist noch gar nicht raus, welche Folgen der Fleischkonsum für eure Kinder hat. Die Tiere aus den Großbetrieben sind ja vollgestopft mit Hormonen, Antibiotika und Krankheitserregern. Aber klar, ihr wollt ja nur das Beste für euer Kind – und schließlich empfehlen die Ärzte von Anfang an, den Babybrei mit Fleisch anzureichern, damit die armen Kleinen keinen Eisenmangel bekommen. Schon mal beim Kinderarzt nachgefragt? Unsere Kinderärztin erwiderte Folgendes auf unseren Hinweis, dass wir unserem Kind nie Fleisch von anderen Kindern geben würden, bevor es sich entscheiden kann, ob es das wirklich möchte oder nicht (Tiere werden ja schon im Teenager-Alter geschlachtet): Es sei kein Problem, kein Fleisch zu füttern, schließlich gebe es genügend eisenhaltige Getreidesorten, z. B. Hirse. Also. Warum geht das erst auf Nachfrage? Warum wird nicht gleich empfohlen, die Kinder vegetarisch zu ernähren? Warum machen das Eltern nicht von sich aus? Ich bekomme immer wieder gesagt, dass es einfacher sei, mit dem Strom zu schwimmen, weil man sich nicht traue, sich gegen die Masse zu stellen. Aber Vorsicht: Immer mehr schwimmen gegen den Strom und wer nicht schnell genug die Richtung ändert, wird irgendwann als Nachzügler doch gegen den Strom schwimmen.

Mensch, Sandra, jetzt lass uns doch mal in Ruhe mit deinem komischen Kram. Wir wollen was lesen, was mit Kommunikation, mit Sprachen zu tun hat. Meine Antwort lautet: Hat es doch: Es geht um Globalisierung, Internationalität, interkulturelle Kommunikation, Kommunikation zwischen verschiedenen Arten, Rassen und um die Sprache und die Rechte der Tiere und darum, dass wir auf internationaler Ebene dafür kämpfen müssen, dass sich an den gegenwärtigen Zuständen etwas ändert. Und wie geht das? Durch Nachdenken! Durch entweder gar keinen Fleischkonsum oder wenn schon, dann bio. Durch das Lesen von „Tiere Essen“. Durch das Abschalten des Verdrängungsmechanismus. Denn wie sagt Safran Foer so schön (so ungefähr jedenfalls): Dass etwas faul ist an der Massentierhaltung, das weiß jeder. Aber es ist eben bequem, den Verdrängungsmechanismus anzuschalten und zu vergessen, was das Fleisch eigentlich ist, das man da auf dem Teller hat. Übrigens ist der Autor Jude und mir kam bei der Gelegenheit gleich eine weitere Analogie: Viele im Dritten Reich vermuteten, dass da etwas faul war mit der Deportation der Juden in den Zügen. Was macht ihr, wenn ihr einen Lkw seht, der Tiere zur Schlachtbank transportiert? Vermuten, dass etwas faul ist? Bestimmt! Und dann? Verdrängen! Geht doch auch anders. Einige Tipps vom Autor unter „Resources“ auf seiner Website.

But now to something completely different. Ihr müsst PDFs bearbeiten, sie kommentieren oder gar im Text etwas ändern, könnt euch aber den Adobe Professional, der das ermöglicht, nicht leisten? Dann habe ich die Lösung für euch, nämlich den PDF-XChange-Viewer. Ganz leicht zu handhaben und ein toller Zusatzvorteil: Wenn ihr mehrere PDFs geöffnet habt, könnt ihr ganz leicht nach bestimmten Wörtern suchen. Das ist sehr praktisch, wenn euch der Kunde/die Kundin PDFs mit Terminologie schickt, und zwar in solchen Massen, dass es für euch völlig unübersichtlich ist. Einfach den XChange-Viewer installieren und dann habt ihr dieses Feature ganz automatisch. Mehr Features und den Link zum Runterladen gibt es hier: Das Programm gibt es kostenlos oder mit noch mehr Möglichkeiten in der Pro-Version.

Und hier noch drei weitere Links, die euch interessieren könnten.

Link 1: Ab 15.03. im Kino: Unser Leben – ohne Worte, schaut einfach den Trailer.

Link 2: Probleme mit der Schreibung von Zuhause/zu Hause? Der Duden-Newsletter klärt auf!

Link 3: Hinweis vom BDÜ RP: Armin Mutscheller gibt Tipps zu Turbo-Tools für Übersetzer, am 27.04. auch in Ludwigshafen, Titel der Veranstaltung: „Nachmittagsseminar des BDÜ Landesverbandes Rheinland-Pfalz: Das Internet als Korpus – effiziente Recherche jenseits von Google“ Mehr auf BDÜ RP.

Euch eine gute Zeit und bis bald!

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Von Zoobesuchen und Semiotischen Dreiecken

„Heute: Junge Ente mit Knödeln und Rotkraut“ – las ich auf der großen grünen Tafel vor dem Zoo-Restaurant und dachte so bei mir: Wie makaber ist das denn eigentlich? Ausgerechnet im Zoo. So nach dem Motto: So, liebe Kinder, hier ist der Streichelzoo, schaut mal die süßen, kleinen Häschen, sind die nicht kuschelig weich? Und wenn wir ihnen dann den Hals umdrehen, dann sehen die so aus. … Guten Appetit! Muss das sein? Die Frage ist: Muss es überhaupt sein, dass die Nation so viel Fleisch verzehrt? Die Deutschen essen derzeit so viel Fleisch wie seit Jahren nicht. 60 kg pro Kopf wird da jährlich verzehrt (Quelle: natur+kosmos-Interview in der Februarausgabe mit Felix Prinz zu Löwenstein, über sein Buch „Food Crash“, das sicherlich lesenswert ist). Wer seinen Beitrag gegen den Klimawandel leisten möchte, der muss ja nicht gleich Vegetarier werden. Aber den Fleischkonsum zumindest mal halbieren, das wäre doch schon mal ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz. (Mehr zum Thema hier oder auch hier.)

Oder wir machen es so wie ein berühmter italienischer Bergsteiger es mal gehalten hat. Der hat nämlich mal eine Exkursion gemacht und lockte die Teilnehmer mit leckerem Hähnchen. Am Ziel angekommen, sahen die Wanderer nur einige Hühner herumwuseln. Auf die Frage, wo denn nun das Hähnchen sei, antwortete der Bergsteiger: „Na da, direkt vor euch, bedient euch, wenn ihr möchtet.“ Ihr könnt euch vorstellen, wie viele Teilnehmer einem Huhn den Hals umgedreht haben …

Wenns denn unbedingt Fleisch sein muss, dann bitte wenigstens bio oder Wild.
So, nun aber genug geschimpft. Wenn wir schon beim Thema Zoo sind, mal ein kleiner Semantik-Auffrischer am Beispiel des Affen. Wenn wir das Wort „Affe“ (= Symbol/Benennung) im Deutschen hören, dann stellen wir uns darunter Schimpansen und Gorillas, Totenkopfäffchen, einen Pavian oder vielleicht sogar ein Löwenäffchen vor (= Begriff). Um jetzt genau zu verstehen, was gemeint ist, wenn jemand sagt: „Schau mal, der Affe da!“, müssen wir allerdings den konkreten Affen, also vielleicht in dem Kontext sogar einen Menschen, sehen (= Gegenstand). Und weil eben immer so viele kulturelle Konnotationen mitschwingen, wenn ein bestimmtes Wort genannt wird, ist es wichtig, den Begriff richtig zu übertragen, wenn übersetzt wird.
Ein Beispiel. In einem englischen Text steht: „He had a Blue Ribbon“. Was kann ich als Übersetzerin damit anfangen? Ich könnte übersetzen: „Er hatte ein Blue Ribbon.“ Das wäre ungefähr Übersetzungsmaschinenniveau, denn es zeigt, dass ich mich überhaupt nicht informiert habe und gar nicht weiß, um was es geht. Ich könnte auch wörtlich übersetzen. „Er hatte ein Blaues Band“ – ähnlich übel. Ich könnte recherchieren und dabei herausfinden, dass es vermutlich um ein Getränk geht, das nordamerikanische Bier „Pabst Blue Ribbon“. Dann bin ich immerhin schon mal bei „Er trank ein (Pabst) Blue Ribbon.“ Leider versteht der deutsche Leser vermutlich immer noch nur Bahnhof. Also, was tun? Ich könnte einen im Deutschen ähnlichen Begriff wählen, z. B. könnte ich sagen: „Er trank ein Beck‘s.“ Was passiert dabei allerdings? Mein Trinkender wird plötzlich in eine ganz andere Umgebung hineinversetzt, denn wenn er ein deutsches Bier trinkt, stellt sich der deutsche Leser natürlich vor, dass die Geschichte in Deutschland spielt. Also, was mache ich als Übersetzerin mit dem ursprünglichen Satz? Ich schreibe: „Er trank ein Bier.“, denn dann habe ich zwar generalisiert, lege mich aber nicht konkret fest und enge dadurch die Bedeutung unnötig ein. So versteht jeder sofort, was gemeint ist. Schon unglaublich, was bei einem so einfachen Satz in unseren Köpfen so alles unterbewusst abläuft, oder?
Und jetzt noch was Neues für euch. Ich starte jetzt die Reihe Öko-Tipps und stelle euch gelegentlich mir besonders gut gefallende nachhaltige Produkte oder Services vor. Übrigens, nicht dass mich jemand falsch versteht: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das gilt auch für Bio. Habe zum Beispiel vor kurzem in einem normalen Supermarkt ahnungslos die Bio-Alternative einer bekannten Bio-Margarine gekauft. Und was stellte ich fest? Da ist Aroma drin!? Igitt!
Aber hier nun der erste Öko-Tipp: Nutella-süchtig? Dann habe ich jetzt die ethisch korrekte Bio- und „fair trade“-Alternative: Bio Cocoba von GEPA. Schmeckt wirklich wie Nutella – und dank gutem Gewissen beim Kauf vielleicht dem einen oder anderen (z. B. mir) sogar noch besser …

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Von E-Book-Readern und Papierverschwendung

Euch allen noch alles Gute IN 2012. Kleiner Scherz. Ich ärgere mich immer noch, wenn ich „in 2012“ lese, aber irgendwie scheint sich dieses Übel immer mehr auszubreiten. But now to something completely different:
„Wieso sollte ich mich mit nachhaltigen Themen auseinandersetzen? Wenns auf der Erde richtig übel wird, bin ich längst unter der Erde.“ Tolle Einstellung. Auch darüber kann ich mich schrecklich ärgern und habe deshalb beschlossen, in Zukunft die sprachrelevanten Themen und die Bereiche Nachhaltigkeit und Ernährung zu koppeln. Dass Nachhaltigkeit alle etwas angeht, entdecken auch immer mehr Promis, die sich für gute Zwecke einsetzen. Ich glaube es war Michael Mittermeier , der sein Publikum während der “Achtung Baby!”-Tour ermutigte, aktiv zu werden und im Klimawandel-Kontext witzelte, dass es ja dann vielleicht in ein paar Jahren auch endlich holländische Tomaten mit Geschmack gäbe. Und auch Die Ärzte setzen sich auf vielfache Weise für die Umwelt ein, allerdings ohne dabei um PR heischen zu wollen, siehe hier.
Heute soll es mal um das Thema Kindle & Co und Papierverbrauch gehen. Erst mal zu den E-Book-Readern. Ich persönlich kann mir momentan nicht vorstellen, dass ich jemals einen E-Book-Reader verwenden werde, einfach weil ich manchmal zu sehr Traditionalist bin und viel zu gerne Bücher in der Hand halte. Kann ein Reader jemals so riechen wie ein echtes Buch? Machen die Augen das überhaupt mit? Ich selbst kenne das seltsame Phänomen der Bildschirm-Blindheit, von dem ich aber sonst bisher wenig gehört habe. Kennt das jemand außer mir? Ich stelle mir vor, dass sich Schneeblindheit so ähnlich anfühlen muss: Wenn man den ganzen Tag am Bildschirm sitzt und werkelt, verschwimmt irgendwann alles und man sieht Sterne, bzw. sieht auch dann noch den weißen Hintergrund eines Textprogramms, wenn man gar nicht mehr auf den Schirm schaut. Ich muss mich dann gelegentlich eine halbe Stunde hinlegen und die Augen schließen, bis sie sich wieder erholt haben. Ob das beim Reader auch vorkommt, wenn man zu viel liest?
Was gibt es sonst noch für Vor- und Nachteile?
Nachteile:

  •  Probleme mit der Technik: Die Kompatibilität zwischen E-Books und den Readern ist nicht immer gegeben und es soll schon mal vorkommen, dass ein Buch plötzlich gelöscht wird (Stichwort fehlende Urheberrechte) oder sich Textpassagen plötzlich ganz anders lesen, da der Text geändert wurde (siehe auch hier) .
  • Wenn das Gerät kaputt geht oder zumindest die Batterien den Geist aufgeben, ist der Lesespaß vorbei.
  • Bücher verleihen geht nicht.
  • Vielleicht geht es der Bücherbranche wie der CD-Branche: Raubkopien überall!?
  • Einen E-Reader kann man nicht schön ins Regal stellen, umblättern, daran riechen und überhaupt. Er ist halt einfach kein Buch.

Vorteile:

  • Der Lesestoff geht so schnell nicht aus, da man ohne das Haus zu verlassen Nachschub bestellen kann, der dann sofort downloadbar ist.
  • Menschen mit Leseschwäche tun sich nicht so schwer, da sie die Schriftgröße verstellen können.
  • Klar, man braucht in den Urlaub keine dicken Wälzer mitzuschleppen, sondern hat nur das kleine, handliche Gerät dabei und dennoch wesentlich mehr Lesestoff.
  • Die Verlage sparen Druckkosten und somit sind die E-Bücher vielleicht auch erschwinglicher.
  • Für Übersetzer vielleicht der größte Vorteil ist die Volltextsuche. Wenn ich ein Buch übersetze und habe ein Wort, das ich mitten im Buch plötzlich anders übersetze als vorher, weil mir der Kontext im Laufe des Lesens und Übersetzens klarer wird, dann kann ich einfach im Original das entsprechende Wort suchen und mir alle Stellen, an denen es vorkommt, noch mal genauer anschauen. Wenn ich mit einem ausgedruckten Buch arbeite, geht das nicht.

Aber dass kein Papier verschwendet wird, das ist schon ein großer Vorteil. Doch ich kann verstehen, dass man Bücher lieber „in echt“ haben möchte. Welche Möglichkeiten es statt Readern gibt, um Papier zu sparen, verrate ich euch gleich.
Warum ist das so wichtig? Jeder Deutsche verbraucht im Jahr pro Kopf 235 kg Papier. Ganz Deutschland konsumiert so viel wie ganz Afrika und Südamerika zusammengenommen. Übel, oder? Den zitierten SWR-Artikel, der euch sicher zu Denken gibt, findet ihr hier.
Also, was könnt ihr tun, um Papier zu sparen?

  • Taschentücher, Servietten, Küchentücher und vor allem Klopapier recycelt kaufen. Muss doch echt nicht sein, dass Bäume „fürn Arsch“ gefällt werden, oder?
  • Nichts unnötig ausdrucken, besonders Mails, die dann hinterher weggeworfen werden. Und wenns denn doch ausgedruckt werden muss, dann beidseitig und wenigstens entweder auf Recyclingpapier (das und viele andere tolle umwelt- und sozialverträgliche Produkte gibts hier ) oder auf altem Papier, das auf der anderen Seite schon mal bedruckt wurde.
  • Ein Großteil des Papiermülls entsteht sicherlich aufgrund von Werbeblättchen und Katalogen, also 1. Schild an den Briefkasten machen, dass ihr keine Werbung wollt und 2. die Versender von Katalogen anschreiben, dass ihr keine Kataloge mehr empfangen möchtet, sondern euch die Artikel genauso gut online anschauen könnt. Sollte euch doch einer hartnäckig trotzdem weiterhin mit Katalogen zumüllen, diese einfach der Post wieder mitgeben, denn die schickt die Kataloge dann auf Kosten des Absenders an ihn zurück.
  • Generell auf umweltfreundliche Siegel achten, z. B. FSC oder der „Blaue Engel“.
  • Man muss ja nicht jedes Buch kaufen. Ich finde das Verleihen von Büchern, die man gut findet, sehr sinnvoll. Bücher lassen sich auch gut auf Tauschbörsen gegen andere eintauschen. In unserer BDÜ-Englischgruppe gibt es z. B. immer eine Tauschbörse für englische Bücher. Auch Büchereien sind ja noch nicht ausgestorben, sondern im Gegenteil, haben teilweise auch die neusten Bestseller, die sie euch bei Interesse gerne bestellen. Trotzdem noch welche zum Wegschmeißen? Ab damit ins Sozialkaufhaus!
  • Geschenke einpacken? Das Thema haben wir ja gerade erst durch. Geht aber auch ökologisch. Hab vor kurzem ein Babygeschenk verpackt in ein gebrauchtes (natürlich gewaschenes) Spucktuch erhalten. Fand ich gut. Oder man verwendet Geschenkpapier wieder, wenn man es nicht vor lauter Gier und Vorfreude völlig kaputtreißt. Selbstverständlich lassen sich auch alte Zeitungen gut zum Einpacken verwenden und mit ein bisschen Kreativität sieht das auch gar nicht so übel aus. Und wenns wirklich neues Papier sein muss, dann bitte recycelt. Gibts bei euch nicht? Im Laden so lange nerven und nachfragen, bis sie welches bestellen. Hartnäckigkeit zahlt sich manchmal aus.
  • In manchen Firmen wird die Papierverschwendung geradezu ad absurdum getrieben. Klar, von Ökopapier keine Spur, aber dann werden auch noch sämtliche Dokumente ausgedruckt und in Ordnern abgelegt, die sich nie mehr jemand ansieht, anstatt alles einfach elektronisch abzulegen. Zu den Meetings bringt jeder Teilnehmer den Ausdruck des Protokolls der letzten Sitzung sowie die ausgedruckte Agenda mit. Wer mit solchen Firmen zu tun hat, sollte da mal ein Machtwort sprechen. Wenn schon der Umweltgedanke nicht zieht, dann vielleicht wenigstens die Kostenersparnis, die die Firma hätte.

Und falls euch diese Tipp-Sammlung nicht reicht: Bei Greenpeace gibts noch viel mehr.

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Arbeiten als Selbstständige mit Baby – ist das möglich?

Liebe Leute,

bitte entschuldigt mein langes Schweigen. Die letzten Monate waren turbulenter als gedacht. Dennoch ist es Zeit für ein Lebenszeichen. Aus aktuellem Anlass heute etwas zum Thema „Arbeiten mit Baby – geht das?“

Fakt ist: Man stellt sich das so schön einfach vor: Irgendwann kommt eben Nachwuchs und dann laufen das Kindererziehen und das Arbeiten fröhlich nebeneinander her. Naja, die Realität sieht etwas anders aus. Sind die Strapazen der Geburt und die Startschwierigkeiten beim Stillen erst einmal erfolgreich überwunden, geht es erst richtig los. (Mal kurz ein Off-Topic: Auch wenn man das vielleicht nicht so oft hört, Stillen kann anfangs wirklich extrem schwierig sein. Warum es sich trotzdem lohnt, verrate ich bei Bedarf gerne telefonisch oder verweise z. B. auf das Stillbuch von Hannah Lohtrop. Brainwashing für Frauen, die einen Wunschkaiserschitt wollen, erteilt eine Kollegin [Nicht zu verwechseln mit Kaiserschnitten in Notsituationen, die wirklich eine großartige Errungenschaft der modernen Medizin sind.] Generell gilt außerdem: Kinder sollten dort auf die Welt kommen, wo die Frau es gerne möchte und dabei sollte die Frau sich nicht von skeptischen oder schlecht informierten Menschen davon abbringen lassen. Hausgeburten z. B. sind heutzutage mindestens so sicher wie Klinikgeburten – und wesentlich weniger traumatisch für Frau und Kind. Off-Topic beendet.)

Ich habe für euch einige Tipps gesammelt, wie sich die erste Zeit mit Kind und Arbeit unter einen Hut bringen lässt:

  • Die rosarote Wolke genießen: Selbst wenn ihr vorher die größten Workaholics wart. Nach der Geburt eines Kindes interessiert euch die Außenwelt so was von gar nicht mehr. Wenn es sich nicht um das Kind dreht, dann ist es völlig egal – und merken könnt ihr euch sowieso nix, denn ihr lebt wie durch einen Nebel, der alles Wichtige vom Unwichtigen filtert – und glaubt mir, der Großteil dessen, was „draußen“ geschieht, kommt euch dermaßen unwichtig vor. Es geht aber irgendwann auch wieder vorbei, also: Genießt die Zeit.
  • Nicht durch bürokratische Stolpersteine entmutigen lassen: Ihr glaubt gar nicht, was euch alles für Bürokratiekram erwartet. Das geht los mit Anmeldung des Kindes beim Standesamt, geht weiter mit Kontoeröffnung, Überprüfung der bestehenden Versicherungen (Stichwort Krankenversicherung fürs Kind, Haftpflicht [Hat aber Zeit, zuweilen aber wirklich nützlich. Sinnvoll: Eine Versicherung, die deliktunfähige Kinder einschließt: Von Gesetz wegen seid ihr nicht verpflichtet, für einen Schaden durch ein deliktunfähiges Kind aufzukommen, aber um des lieben Friedens Willen, kann es schon sinnvoll sein, eine Versicherung abgeschlossen zu haben, wenn z. B. der Nachwuchs durch sämtliche Windeln, Bodys, Kleidungsstücke und Handtücher auf Omas neues Ledersofa pieselt oder das Kleinkind mit dem Dreirad versehentlich gegen Nachbars Mercedes fährt.] und Risikolebensversicherung), Suche nach Kindergartenplatz, Beantragung von Kindergeld und geht weiter mit der Beantragung eines Reisepasses (falls ihr zufällig ein bisschen im Urlaub ausspannen wollt. Eigentlich ein Witz: Ein Baby braucht tatsächlich einen Reisepass, muss also zum Fotografen geschleppt werden, der sich dann abplagt, ein vernünftiges Bild zu machen und das Kleinkind mit Blitzlicht malträtiert, nur damit man z. B. einen Kurztrip nach Frankreich machen kann – und dieser Pass gilt dann 6 Jahre, da ist die Ähnlichkeit zum Babybild dann bestimmt noch riesig …) mit der Suche nach einem Kinderarzt und dem Rennen zu den ganzen U-Untersuchungen, das sich noch über die nächsten Jahre hinziehen wird. Aber das weitaus schlimmste Thema ist sicher die Beantragung von Elterngeld, denn man fühlt sich, als würde man tagelang an die 1000 Zettel ausfüllen und hat dann doch noch was vergessen oder übersehen. Besonders schwer haben es die Selbstständigen, denn über die steht in den allgemeinen Broschüren wenig. Daher hier ein paar Extratipps für Selbstständige, die Elterngeld beantragen wollen:
      • Nicht auf alles verlassen, was euch von der bearbeitenden Stelle mitgeteilt wird. Im Zweifelsfall lieber den Zuständigen einer höheren Stelle konsultieren, der hat vielleicht noch den einen oder anderen Supertipp auf Lager.
      • Schauen, wer von beiden Eltern mehr verdient und dann denjenigen den Großteil der Elternzeit nehmen lassen, sofern demjenigen in der Zeit dann keine großartigen Geschäfte durch die Lappen gehen. Der andere sollte aber dennoch mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen, damit die gesamten 14 Monate in Anspruch genommen werden können.
      • Fieserweise muss ja die gesamte Elternzeit innerhalb von 14 Monaten nach der Geburt des Kindes in Anspruch genommen werden. Aber: Theoretisch kann man jeden Monat wechseln, d. h. einen Monat Elternzeit nehmen, dann einen Monat arbeiten, dann wieder ein Monat Elternzeit usw. (Schließlich warten die Kunden der Selbstständigen nicht ewig.) Das geht, auch wenn im Antrag dafür eigentlich keine Felder vorhanden sind. Ist halt nur für die Elterngeldstelle und die Krankenkasse mehr bürokratischer Aufwand. Also kann man dann z. B. einen Monat nichts machen und im nächsten Monat dann powerarbeiten, um Geld in die Kasse zu bekommen, aber Vorsicht: Damit euch kein Elterngeld abgezogen wird, ist es wichtig, wann ein Betrag auf dem Konto eingegangen ist, nicht wann die Rechnung gestellt wurde.
      • Man könnte meinen, dass die Versicherung den Selbstständigen entgegenkommt und in der Elternzeit die Beiträge erlässt – ist aber leider nicht so, es sei denn, man ist bei der Künstlersozialkasse versichert (was dann dafür wieder mehr bürokratische Fäden nach sich zieht, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen). Also: Derjenige, der gerade keine Elternzeit hat, sondern das Geld verdient, versichert Partner und Kind in einer Familienversicherung mit. So kann der Beitrag des anderen dann nämlich doch gespart werden.
      • Wenn ihr im Jahr vor der Geburt zusätzlich zur selbstständigen Tätigkeit festangestellt wart, gilt für euch eigentlich die Regelung, dass der Zeitraum des gesamten Vorjahres die Grundlage für die Berechnung des Elterngelds ist. Aus dieser Geschichte kommt ihr nur raus und könnt die letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes als Grundlage nehmen lassen (wenn ihr da besonders hart geschuftet habt), wenn ihr nachweisen könnt, dass ihr im Differenzzeitraum 20 Prozent mehr oder auch weniger gearbeitet habt. Dafür eignen sich z. B. Marketingaktivitäten oder Blog-Schreiben.
      • Wer eine GbR hat und seinen Kollegen oder seine Kollegin nicht am Hungertuch nagen lassen möchte, kann einen Gesellschafterbeschluss erlassen, gemäß dem nur einer der Gesellschafter für den Zeitraum, in dem der andere Elterngeld bezieht, gewinnberechtigt ist, aber Achtung: Logischerweise muss der andere dann den in dem Zeitraum erwirtschafteten Gewinn allein versteuern.
      • Nicht übernehmen – der Körper weiß es eh besser: Man muss nicht alle Aufträge annehmen, die einem angeboten werden – manches lässt sich sehr gut an Kollegen/-innen weiterverteilen, die sich vielleicht unheimlich über Gratis-Neukunden freuen. Sollte man vielleicht nicht immer machen, aber glaubt mir, Provisionen sind so ziemlich das Letzte, über das ihr euch in dem Moment Gedanken machen wollt. Außerdem könntet ihr Neukunden vielleicht sowieso nicht in dem Umfang bedienen, wie es angemessen wäre. Und was die Stammkunden angeht: Die sind ja hoffentlich vorab über eure Einschränkungen informiert worden. Das sollte man vielleicht auch erst mal so belassen. Wenn ihr euch einen Ruf gemacht habt, kommen die schon von ganz alleine und fragen nach, ob ihr wieder verfügbar seid. Und die, die nicht von selbst zurückkommen, könnt ihr immer noch freundlich kontaktieren, wenn ihr euch wieder in der Lage fühlt, mehr Aufträge anzunehmen.
  • Das Kind geht vor: Das Kind will immer beschäftigt sein – und das nimmt den Großteil des Tages ein, ob ihr wollt oder nicht. Sehr zu empfehlen dabei Tragen, denn wenn die Kinder eingespannt sind, sind sie beschäftigt, können zuschauen und lernen. Natürlich nicht so toll vor dem Bildschirm, denn wenn das Kind stupide zuschaut, wie die Eltern vor sich hintippen, ist das nicht besonders lehrreich. Da empfiehlt sich dann vielleicht eine Spracherkennungssoftware, dann kann man seine Gedanken bequem ins System einsprechen und dabei das Kind unterhalten.
  • Anrufbeantworter arbeiten lassen: Man muss nicht immer erreichbar sein, weder per Mail noch per Telefon. Dafür gibt es ja Anrufbeantworter. Besonders hinter unterdrückten Rufnummern könnten sich lästige Anrufer verbergen, die man vielleicht in dem Moment nicht haben möchte, also im Zweifelsfall: Nicht rangehen, abwarten und wenn es wichtig ist, kann man immer noch zurückrufen.
  • Prioritäten setzen: Ob man will oder nicht, man schafft definitiv nicht alles, was man sich vornimmt. Daher empfehle ich, mit Listen zu arbeiten. Dinge, die definitiv an einem bestimmten Tag erledigt werden müssen, in den Kalender schreiben. Alle Dinge, die bei Gelegenheit erledigt werden können, aber nicht brandeilig sind, auf eine Extraliste setzen und abarbeiten, wenn es die Situation zulässt. Apropos schreiben: Stilldemenz nicht unterschätzen, denn die kommt definitiv. Das Gehirn arbeitet im Siebmodus, daher: Alles aufschreiben, denn selbst wenn ihr denkt, dass ihr es euch merken könnt, weil ihr superzuverlässig und organisiert seid, ihr täuscht euch. Übrigens gilt das auch für Männer, auch wenn es da vielleicht nicht Stilldemenz heißt, aber eine gewisse Verwirrtheit lässt sich nicht leugnen – übrigens neben dem Beschäftigungsdrang, der hormonell gesteuert wird – da können die armen Männer gar nix dafür, dass sie plötzlich noch viel mehr schuften wollen als vorher.
  • Netzwerken: Die Marketingaktivitäten schränkt man ganz automatisch ein, bzw. sie sind absolut nicht vorhanden, was auch gut so ist. Aber Aufträge und Neukunden lauern trotzdem überall. Vielleicht gibts ja im Rückbildungskurs eine argentinische Mutter, die organisatorische Dokumente für ihr Baby übersetzt haben muss?
  • Keine Eilaufträge: Auf keinen Fall würde ich Aufträge annehmen, die innerhalb von 24 Stunden abgewickelt werden müssen, denn man weiß nie, wann das Kind wieder einen Wachstumsschub hat, unter Blähungen leidet oder einfach nur schlechte Laune hat, die es Mama oder Papa unmöglich macht zu arbeiten.
  • Untypische Arbeitszeiten akzeptieren: Man muss dann arbeiten, wenn es das Kind zulässt. Morgens um 6, abends nach 9 oder am Wochenende zu arbeiten, mag in der Anfangszeit keine Seltenheit sein.
  • Spaziergänge als Antiwinterdepressionsmittel: Jeden Tag mindestens eine Stunde raus, auch wenn das Wetter nicht so prickelnd ist. Dabei kann man das Kind ja wunderbar tragen – und damit erübrigt sich dann auch die Gabe von Vitamin D, denn die Natur gibt davon schon genug ab, selbst in der nicht ganz so hellen Jahreszeit. Abgesehen davon ist es wissenschaftlich erwiesen, dass ein kurzer Spaziergang pro Tag Depressionen vorbeugt.

Eine schöne Adventszeit euch allen – und bis zum nächsten Mal … im neuen Jahr wohl etwas unregelmäßiger als bisher, aber ihr wisst ja: Die Familie geht vor. :)

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Bilinguale Kinder-Erziehung durch Nicht-Muttersprachler? – Ein Gedankenexperiment

Vor kurzem war ich bei einer Familie zu Besuch – und sehr überrascht darüber, dass der Vater – ein Deutscher – mit seiner kleinen Tochter Französisch redete. Die Familie vertrat die Meinung, dass, da der Vater ja einige Jahre in Frankreich gelebt hat und recht passabel Französisch spricht, das Kind von einer bilingualen Erziehung profitieren könne, selbst wenn diese von zwei Nicht-Muttersprachlern käme.

Mir gefiel die Idee, auch wenn ich so etwas noch nie zuvor gehört hatte. Jeder kennt die bilinguale Erziehung in Familien, in denen z. B. die Mutter Deutsche, der Vater Engländer ist. Aber zwei deutsche Muttersprachler, von denen einer das Kind – in Deutschland – in einer Fremdsprache erzieht? Mutig, sehr mutig, aber auch verführerisch.

Selbstverständlich würde ich sofort davon abraten, wenn jemand nur mäßige Sprachkenntnisse hat und es dann regelrecht peinlich wird, wenn die Involvierten in der Fremdsprache kommunizieren. Wer sich mehr dafür interessiert, kann sich zum Beispiel den endlosen Thread zum Thema durchlesen:  Noble Ziele des Vaters, aber wenn man sich die Umsetzung vorstellt, überkommen einen doch die Zweifel …

Aber wie sieht die Lage nun aus, wenn z. B. jemand, der mehrere Sprachen fließend spricht und zumindest in einigen seiner Sprachen für einen Muttersprachler gehalten wird, sein Kind mehrsprachig erziehen möchte? Da stellt sich bei mir als erstes die Frage: Welche Sprache würde ich denn überhaupt wählen? Ich könnte mich zwischen Englisch und Italienisch kaum entscheiden, aber Englisch wäre vermutlich die vernünftigere Variante, denn das Kind könnte später mehr damit anfangen und sich außerdem durch meine endlose Anzahl englischer Bücher und DVDs wühlen, während meine Ausbeute für Italienisch doch eher geringer ausfällt.

Aber bilinguale Erziehung heißt ja auch, dass beide Elternteile konsequent eine bestimmte Sprache sprechen müssen, und zwar über etliche Jahre hinweg. Da sollte sich jeder die Frage stellen:

  1. Kann ich mir vorstellen, über Jahre hinweg ausschließlich in der Fremdsprache zu sprechen, und zwar in allen Situationen? Das würde ja heißen, dass ich mir auch ständig neues Vokabular aneignen muss, denn wie peinlich wäre es denn z. B., mit dem Kind in den Zoo zu gehen und dann möchte es die Namen der einzelnen Fische wissen. Und ich kann nur sagen: “Tja, das ist ein Fisch und das da auch – und das auch.”, anstatt zu sagen: “Das ist ein Wels, das hier ein Aal und das da ein Goldfisch. Und die unterscheiden sich durch folgende Merkmale …” Hm, schon da wird es schwierig.
  2. Was passiert in Extremsituationen? Ich denke ja trotzdem weiterhin auf Deutsch, selbst wenn ich Englisch träume und täglich Englisch spreche. Was passiert also, wenn mein Instinkt die Führung übernimmt? In diesem Forum hier wurde dazu ein recht gutes Beispiel gegeben: Das Kind läuft auf die Straße und natürlich schreit die Mutter dann instinktiv: „Halt, bleib stehen!“ in ihrer Muttersprache. Wenn das Kind dann aber dieser Sprache nicht mächtig ist, sondern nur zwei andere Sprachen versteht, gibt es ein großes Problem.
  3. Thema Akzent: Mein Akzent ist undefinierbar, mal werde ich für eine Irin, mal für eine Britin, dann wieder für eine Australierin, eine Amerikanerin oder auch eine Südafrikanerin gehalten. Ich weiß nicht, ob das von meiner Tagesform abhängt oder davon, mit wem ich gerade spreche. Aber was, wenn mein Kind dann auch keinen Akzent eindeutig sprechen kann? Oder schlimmer noch: Wenn das in der Fremdsprache erziehende Elternteil mit deutschem Akzent die Fremdsprache spricht? Über dieses Problem braucht man sich angeblich nicht zu sorgen, denn Studien haben gezeigt, dass die Kinder die jeweilige Sprache akzentfrei erlernen können. Auch grammatikalische Regeln lernen sie instinktiv, sodass da auch keine Übertragung potenzieller Fehler möglich wäre (wobei ich da in Fällen wie dem des Vaters aus dem LEO-Forum dann doch skeptisch bin, denn wenn der Erziehende nicht vernünftig die Fremdsprache beherrscht und immer wieder neue kuriose Fehler macht, wie soll sich das Kind dann instinktiv Regeln ableiten?).
  4. Die emotionale Komponente: Ich bin deutsch, denke auf Deutsch und es gibt so viel, was mitschwingt, was ich in einer anderen Sprache emotional nicht so ausdrücken könnte wie in meiner Muttersprache. Das fängt schon an bei Wortspielen, geht über kompliziertere Sachverhalte, die ich auf Deutsch ganz anders schildern würde als in der Fremdsprache und hört auf bei instinktiven Ausrufen und kulturellem Wissen, das bei mir einfach nur auf Deutsch vorhanden ist. “Hoppe, hoppe, Reiter” und ähnliches „Kulturgut“ müsste ich mir in der Fremdsprache erst einmal beibringen – und da bleibt dann die Frage, ob das nicht sehr gekünstelt ist und ich meinem Kind gegenüber immer weniger spontan, instinktgesteuert und intuitiv handle als ich es in meiner Muttersprache würde. Bekommt das Kind das dann nicht auch mit und wundert sich über die merkwürdige Reserviertheit meinerseits? Das fängt ja vor allem schon in der Schwangerschaft an. Schwangere stehen ja bekanntlich mit ihrem Ungeborenen in ständiger Kommunikation. Da müsste ich ja als Schwangere schon auf Englisch denken und mit dem Wurm im Bauch auf Englisch kommunizieren, denn der Wicht bekommt ja schon vor der Geburt wesentlich mehr mit als man gemeinhin erwarten würde. (Wer sich für dieses Thema interessiert, dem kann ich nur folgendes faszinierende und zugleich gruselige Buch ans Herz legen: Woran Babys sich erinnern: Über die Anfänge unseres Bewusstseins im Mutterleib.) Und schon das würde sich irgendwie unnatürlich anfühlen und schon da müsste ich zu viel überlegen, z. B. bei Sätzen wie „Hab keine Angst, mein Kleines, das ist nur die Hebamme, die mit dem Hörrohr die Herztöne messen will. Dich in der Hinterwandplazenta zu verkriechen, wird nicht funktionieren.“ OK, ich übertreibe, aber ihr versteht, was ich meine …

Fazit: Auch wenn ich unheimlich große Lust hätte, als Deutsche meine Kinder fremdsprachlich zu erziehen, so würde ich es doch nicht wagen, weil ich in dem Fall nicht den Elan und das Durchhaltevermögen für die nächsten 10-15 Jahre hätte, um den Entschluss konsequent durchzuziehen. Außerdem: Nur weil ich immer davon geträumt habe, mehrsprachig erzogen worden zu sein, heißt das ja noch lange nicht, dass ich meinem Kind damit einen Gefallen täte. Wenn ich sprachliche Begabung feststellen würde, könnte ich ja immer noch anfangen, dem Kleinkind eine oder mehrere Fremdsprachen beizubringen, sofern es dafür Interesse zeigt, aber eben locker, wann immer uns danach ist, und auf welche Art auch immer, da sind die Möglichkeiten ja wirklich unbegrenzt. Dennoch bewundere ich andere, die den Mut haben, einen solchen Schritt in die Tat umzusetzen und bin gespannt, wie diese Art von Erziehung funktioniert. Dass es dem Kind wirklich schadet, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Leider gibt es dazu recht wenige Informationen. Eine Forschungsarbeit in dem Bereich würde ich liebend gerne lektorieren. ;)

Nun noch eine Ankündigung in eigener Sache: Aus persönlichen Gründen muss ich den Blog für die nächsten paar Wochen oder Monate stilllegen, da ich über den Sommer eine längere Zwangspause einlegen werde. Aber keine Sorge: Ich komme zurück! Die Abonnenten des Blogs erfahren ja dann durch die automatisierte Benachrichtigung als erste, wenn es weitergeht. Vielen Dank für euer aller Interesse an meinem Blog und einen schönen, sonnigen, erholsamen Sommer/Herbst.

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Negative Publicity und ihre Folgen

Wer kennt das nicht: Man freut sich auf einen gemütlichen Abend in einem schönen Restaurant und wird bitter enttäuscht, weil das Essen schlecht ist, auf frischen Gläsern noch der Lippenstift der Vorgängerin klebt oder weil der Service schwer zu wünschen übrig lässt. Ich erinnere mich mit Schrecken an den Aufenthalt in einer Wanderhütte, die zwar laut Öffnungszeiten noch etwa 1-2 Stunden geöffnet hätte sein müssen, aber in der uns beim Betreten gleich barsch mitgeteilt wurde, wir bräuchten gar nicht auf die Speisekarte sehen, es gebe nichts mehr. Kurz nach uns kam eine ausgehungerte Familie mit zwei kleinen Kindern. Die Mutter flehte den Wirt an, ihr wenigstens ein trockenes Stück Brot zu geben – sie wurde abgewiesen.

Solche und ähnliche Erfahrungen haben große Auswirkungen auf das betroffene Unternehmen. Weshalb? Weil die Mutter vermutlich sämtlichen ihrer Freundinnen von dem Vorfall berichtet und eindringlich vor der kinderunfreundlichen Location gewarnt hat. Wenn ich mich richtig erinnere, neigt der Mensch Statistiken zufolge sieben Mal häufiger dazu, über negative Erfahrungen zu berichten und diese weiterzuverbreiten als zu erzählen, wenn er sich über etwas gefreut hat.

Wer sich einmal richtig geärgert hat, meldet sich vielleicht sogar bei einem Bewertungsportal wie Restaurant-Kritik.de oder auch Qype an und schreit seine schlimmen Erfahrungen mit Hilfe des Internet in die Welt hinaus.

Bestellt ihr vielleicht auch gelegentlich bei Amazon? Wie entscheidet ihr euch für ein bestimmtes Produkt? Zufällig, indem ihr Bewertungen anderer Verbraucher lest, die für eure Entscheidung sogar wesentlich wichtiger sind als die Produktbeschreibungen des Herstellers? Dann verhaltet ihr euch ganz nach Trend. Immer mehr Verbraucher lassen sich bei der Auswahl ihrer Produkte vom Internet beeinflussen – und da ganz besonders von Gleichgesinnten.

Auch hier sind also die Social Media absolut auf dem Vormarsch. Was heißt das für uns Unternehmer/-innen? Wer mit dem Trend geht und die Kunden mitreden lässt, ist klar im Vorteil. Wer sich stur stellt, vielleicht sogar wertvolles Feedback bzw. Kritik ignoriert und damit negative Bewertungen riskiert, wird ganz schnell feststellen, dass schlechte Erfahrungen sich mit Dominoeffekt verbreiten können und es dann sehr schwer ist, den Ruf überhaupt noch zu retten.

Deshalb kann ich nur immer wieder raten: Lasst eure Kunden mitreden, erkundigt euch, ob sie mit euch zufrieden waren, wenn ihr einen Auftrag abgeschlossen habt. Falls Kritik kommt, handelt entsprechend. Ist die Kritik nicht gerechtfertigt, widersprecht mit schlagkräftigen Argumenten, die für eure Kunden nachvollziehbar sind. Ist sie hingegen gerechtfertigt, tut alles, um eure Kunden zu besänftigen. Je nachdem, was passiert ist, möchtet ihr vielleicht einen Preisnachlass oder Gutschein für die nächste Bestellung anbieten, um dann sicherzustellen, dass, wenn der Kunde darauf zurückgreift, euch tunlichst kein weiterer Fehler unterläuft.

Auch vorbeugendes Reputation Management ist selbstverständlich möglich. Am besten ist es, den Kunden überhaupt keinen Anlass zu Kritik zu geben. Wenn ein Stammkunde euch den Rechnungsbetrag schon überwiesen hat, bevor ihr überhaupt mit der Arbeit anfangt, könnt ihr vielleicht zum Dank gelegentlich Skonto geben. Oder wenn eine Kundin ein einzelnes Sätzchen übersetzt haben möchte und euch darum bittet, ein Angebot zu erstellen, dann „schenkt“ ihr doch einfach die Übersetzung des einen Sätzchens. Sie wird sich freuen und euch weiterhin treu bleiben. Euch sind bei der Übersetzung einer Website ein paar Schnitzer in der Ausgangssprache aufgefallen? Vielleicht freut sich der Kunde darüber, wenn ihr es ihm freundlich mitteilt und engagiert euch womöglich sogar bei Gelegenheit als Lektor/-in?

Ein paar nette Beispiele wie Reputation Management betrieben werden sollte und wie besser nicht, findet ihr z. B. auf Wikipedia (Best Practice – Worst Practice).

Fest steht übrigens auch: Wenn ihr es schafft, einen unzufriedenen Kunden durch gutes Krisenmanagement zu besänftigen, dann habt ihr eine langfristige Kundenbindung geschaffen, die euch noch viel Freude bereiten wird, denn ihr könnt euch sicher sein: Der Kunde verbreitet keine negative Kritik, sondern engagiert sich vielmehr dafür, seine Zufriedenheit mit euch und eurem Unternehmen zu äußern. Auf dass euch das immer gelingen möge!

Dieser Artikel erscheint in Kürze auch im Sprachrohr. Und hier noch ein Seminar-Tipp vom BDÜ BW:

Erfolgreich telefonieren – Kunden ganz leicht gewinnen

Datum Samstag, 16.07.2011
Zeit 09:30 bis 17:30 Uhr
Veranstalter BDÜ Landesverband Baden-Württemberg (Ort: Stuttgart)
Inhalt Akquise und Neukundengewinnung ist für Freiberufler und Unternehmer elementar, um kontinuierlich neue Aufträge zu bekommen. Aber Hand auf’s Herz: Wer liebt schon Akquise? Und irgendwie geht’s ja vielleicht auch ohne … Denken Sie trotzdem manchmal, dass die Auslastung besser sein könnte, oder dass Sie lieber andere Kunden, andere Aufträge oder mehr Umsatz  haben wollen?

Wenn Sie jetzt aktiv Ihre Wunschkunden gewinnen wollen, um gute und gut bezahlte Aufträge zu finden und wenn das möglichst einfach und nachhaltig sein soll – dann sollten Sie dieses 1-Tages-Seminar mitmachen.

Sie definieren ganz genau, welche Vorteile Ihr (künftiger) Kunde von der Zusammenarbeit mit Ihnen hat. Lernen Sie, wie Sie spielend mit neuen Firmen in Kontakt kommen können. Mit vielen praktischen Übungen festigen Sie Ihr neues Wissen. Ergänzend finden Sie im Handout wertvolle Tipps und Checklisten für die weitere erfolgreiche Akquise.

Mehr auf http://www.bw.bdue.de

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